Nichtzuknapp – Hafti auf Boom Bap

Haftbefehl spaltet die Massen wie tektonische Platten. Für manche ist es Offenbarung, für andere abstoßend wie Akne. Auch ich war lange gespalten und wusste nicht, was ich an diesem Offenbacher Assozialen am allerlächerlichsten finden sollte: Da wären auf der einen Seite diese Ami-Beat-Imitate, die sich alle gleichwhack anhören, und auf der anderen die Tatsache, dass der Kerl rapt wie eine vikodinierte Mischung aus betrunkenem Hartz 4ler undVladimir Klitschko nach einem doppelten Kieferbruch.

Wie auch immer, im Interview bei Mixery Raw Deluxe  war Hafti – so ja sein offizieller Kosename – nicht nur relativ amüsant und enthüllte unter anderem seine Kuschelfreundschaft mit Jan Delay, sondern wurde von Moderator Falk auch mit einigen Remixes seines Schaffens konfrontiert. Nicht irgendwelche Remixe, sondern sozusagen Hafti auf Boombap. Er selbst findet das alles anfangs eher so mittel, bis er dann bei einem Fid Mella-Brett vollkommen austickt, wie man im zweiten Teil des Mixery-Interviews mitverfolgen kann. Seit gestern gibt es das Remix-Album kostenlos über die Splash!-Mag Seite und punpt seitdem bei mir rauf und runter. Geschmacksache hier und da – für mich ist jede Millisekunde besser als alles, was er jemals aufgenommen hat und wohl auch jemals aufnehmen wird. Die Beats kommen von Leuten wie

Brenk, Suff Daddy, Shuko, Dexter, Fid Mella, V.Raeter, uvm.

Man sieht es an den Namen: Notorious H.A.F.T. – da prallen nicht zu knapp Welten aufeinander. Wer sich jetzt erstmal auf seine Dogmen einkackt und anfängt zu hassen (entweder weil er antiquierte Studenten- und Backpacker-Stereotypen rauskramt oder eben seine Gangster- und Battlerapstandards), sollte den Stock lockern. Interessant ist das Projekt so oder so.

Hier gehts zum Download

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2 responses to “Nichtzuknapp – Hafti auf Boom Bap”

  1. Jann says :

    Der Interview-Link geht bei mir nicht. Allerdings hat Google geholfen und er is halt schon nen Haufen, der Hafti…
    Den Remix hab ich angetestet und für hörbar befunden. Allerdings nur für nen begrenzten Zeitraum, weil ich sonst einen unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch bekomme. Alles sehr abstrus, aber irgendwie auch nicht.

    P.S: Griffey, wie immer, eine Freude zu lesen.

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